Wuselkusen öffnet seine Tore

Trierischer Volksfreund vom 04.07.2010  

 
Sie gehen arbeiten, erhalten dafür eine Vergütung und müssen damit in ihrer Freizeit haushalten: 120 Kinder lernen eine Woche lang in der Spielstadt Wuselkusen das Leben eines Erwachsenen kennen. Am Montag geht es beim Haus der Jugend in Konz los.
 
Konz. (api) Das Leben von Mama und Papa kann manchmal anstrengend sein. Sie müssen arbeiten gehen, Geld verdienen, sich mit Behörden auseinandersetzen und vieles mehr. Manchmal bleibt ein bisschen Zeit zum Entspannen. Genau in dieses Leben tauchen ab Montag, 5. Juli, rund 120 Jungen und Mädchen im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren. Sie leben in ihrer eigenen Stadt namens "Wuselkusen". Sie wurde vom und vor dem Haus der Jugend in Konz aufgebaut und beherbergt zahlreiche Arbeitsstätten.
 
Zunächst erhalten die Kinder am Montag von Bürgermeister Karl-Heinz Frieden den Stadtschlüssel. Danach kann der Trubel beginnen. Bis Samstag, täglich von 10 bis 17 Uhr, "arbeiten" die Kinder jeweils vier Stunden lang in den "Betrieben". Das kann zum Beispiel eine Schreinerei, eine Werkstatt für Instrumente oder eine Verlagsgruppe sein. In kleinen Arbeitsgruppen werkeln die Kinder an ihren Aufgaben. Es gibt eine Stunde Mittagspause, und ab 15.30 Uhr haben die Kleinen "Feierabend", die Freizeit kann beginnen.

 
Am Donnerstag wird der Bürgermeister von Wuselkusen gewählt, einen Tag zuvor beginnt dafür schon der Wahlkampf.

Abgeschlossen wird die Aktionswoche am Samstag mit einem Stadtfest, zu dem Eltern und Freunde der Kinder eingeladen sind.

 Schön, wenn Arbeiten Spaß macht: In den Vorjahren der Spielstadt Wuselkusen
hat eine Arbeitsgruppe getöpfert. TV-Foto: Archiv/Katharina Hammermann

Dann erhält auch Stadtbürgermeister Frieden den Schlüssel zurück.

Der pädagogische Hintergrund der Aktion liegt auf der Hand: In der Spielstadt können sich die Kinder mit dem sie umgebenden Alltag auseinandersetzen. "Das Zauberwort dabei heißt spielerisch", sagt Dietmar Grundheber, Geschäftsführer des Jugendnetzwerks Konz. Es gehe darum, das schulische Wissen praktisch zu erproben, die Arbeitswelt kennenzulernen, die gesellschaftlichen Prozesse wahrzunehmen und zu gestalten.

Die Wuselkusen-Idee kommt bei den Konzern gut an. "Wir waren innerhalb einer halben Stunde ausgebucht", erinnert sich Grundheber an den Anmeldetag im Februar.

Weitere Informationen unter www.wuselkusen.de