Viel los in Wuselkusen
 
Trierischer Volksfreund vom 29.07.2008
 

Arbeiten, Geld verdienen und Behördengänge: In der Spielstadt "Wuselkusen" lernen 90 Kinder sechs Tage lang, wie das Leben der Erwachsenen funktioniert. Spielerisch erproben sich die kleinen Stadtbewohner im Haus der Jugend Konz als Schreiner, Gärtner oder Künstler.
 

Konz. (as) Vor dem Einwohnermeldeamt herrscht großer Andrang. Alle neuen Stadtbewohner von Wuselkusen müssen sich zuerst anmelden und einen Ausweis beantragen. Und das dauert. Schließlich sind 90 Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren für die Spielstadt "Wuselkusen" im Haus der Jugend (HDJ) Konz gemeldet. Zum vierten Mal öffnet die einwöchige Kinderstadt für eine Woche ihre Pforten. Auf mehr als 1000 Quadratmetern haben sich rund um

das HDJ die Betriebe und Einrichtungen der Spielstadt niedergelassen. Den Startschuss für das Spielereignis gaben am Montag Noch-Bürgermeister Winfried Manns und sein Nachfolger Karl-Heinz Frieden bei der Schlüsselübergabe an die kleinen Einwohner von Wuselkusen.

Schlüsselübergabe
in Wuselkusen: Bürgermeister
Winfried Manns (links) und zu-
künftiger Bürgermeister Karl-Heinz
Frieden (rechts) eröffnen mit der siebenjährigen Anna Rosa Huber
(mit Schlüsselbund) die Spielstadt.
TV-Foto: Anke Scholz
 
"Wie der Alltag funktioniert, lernt man nicht nur in der Schule, sondern vor allem im Leben", erklärt Dietmar Grundheber, pädagogischer Leiter des HDJ. Spielerisch lernen die Kinder in Wuselkusen deshalb das Leben der Erwachsenen kennen und testen es selber aus. Sie müssen Behördengänge zum Arbeits- oder Bürgeramt erledigen und für das eigene Geld im Portemonnaie arbeiten. Vier Arbeitsstunden pro Tag verbringen die Kinder in einem Wuselkusener Betrieb ihrer Wahl und erhalten dafür einen Lohn. Mit der eigenen Währung der Spielstadt, dem "Wusel", können sie die Restaurant-Rechnung bezahlen oder einkaufen gehen.
 
Elena Schäfer aus Konz hat schon mehrmals als Einwohnerin in "Wuselkusen" gelebt. "Ich freue mich besonders darauf, im Arbeitsamt und auf der Bank zu arbeiten", erzählt die Zwölfjährige. Auf diese Weise will sie in das Arbeitsleben hineinschnuppern und vielleicht sogar ihren Berufswunsch finden.
 
Auswahl gibt es dafür in Wuselkusen reichlich: Bäckerei, Musikwerkstatt, Fahrschule, Schreinerei oder Kuscheltierklinik suchen jeden Tag aufs Neue Personal.
 
In der Warteschlange vor der Wuselkusener Bank stehen Mariana Bettendorf (9) und Leon Rohlus (10). Nach der Anmeldung auf dem Bürgeramt wollen die beiden endlich ihr erstes Geld, ganze 25 "Wusel" pro Einwohner, entgegennehmen. Sie freuen sich schon auf die nächsten sechs Tage in der Spielstadt. "Man muss hier arbeiten wie Erwachsene", sagt Mariana strahlend, und Leon ergänzt: "Aber mit dem Unterschied, dass man hier anderes Geld verdient."
 
Ein großes Stadtfest findet am Samstag, 2. August, ab 15 Uhr in Wuselkusen statt. Am Ende der Feier gibt der inzwischen gewählte Wuselkusen-Bürgermeister den Stadtschlüssel wieder an den Konzer Stadt-Chef ab.