Kinder an der Macht
Trierischer Volskfreund vom 19.08.2014

(Konz) Jetzt ist Wuselkusen wieder einfach das Haus der Jugend in Konz. Zwei Jahre lang müssen Sieben- bis 13-Jährige auf ihre geliebte Spielstadt verzichten. Doch die Wirklichkeit in einer Kommune zu üben, ist wieder einmal ein Erlebnis der besonderen Art gewesen.
 
Bürgermeister Annabelle Müller ist sehr beliebt bei ihren Mitbürgern in Wuselkusen.
TV-Foto: Herbert Thormeyer

Konz. "Es hat mir Spaß gemacht, dass ich etwas verändern kann", sagt die Bürgermeisterin von Wuselkusen, Annabelle Müller (13). Sechs Tage lang war ihre Kommune ein neuer Stadtteil von Konz. Die Kinderspielstadt des Jugendnetzwerkes im rund und um das Haus der Jugend lehrte 112 Bürger im Alter von sieben bis 13 Jahren spielerisch die kommunale Wirklichkeit, die sie später im Erwachsenenleben erwartet.

Üben für das richtige Leben

Bürgermeisterin Annabelle war am ersten Tag gegen elf Kandidaten mit drei Stimmen Vorsprung wiedergewählt worden. "Regieren, das ist richtig Arbeit. Wir hatten zwei Sitzungen am Tag", sagt sie etwas nervös, denn bald muss sie ihre Abschiedsrede halten, und die Eltern kommen zum Stadtrundgang.

Der junge Stadtrat hat einiges erreicht. So konnten die Lohnüberweisungen der Angestellten der Betriebe pünktlicher werden. Überstunden sind erlaubt, fliegende Händler dagegen nicht, denn ein fester Marktplatz wurde installiert. Ein Feiertag wurde als Überraschungsaktion eingeführt, und über die städtischen Medien und Plakate angekündigt. "Intern hatten wir eine Menge Diskussionen", verrät Annabelle. "In Wuselkusen kann halt das richtige Leben geübt werden", weiß Dietmar Grundheber, Geschäftsführer des Jugendnetzwerkes Konz.

"Auf einmal hatten wir so viele Jungs in der Küche", staunt die Bürgermeisterin. Alle Ideen und Berufe konnten praktisch gleich ausprobiert werden. Wer weiß, wozu es später gut ist. In zwei Jahren öffnet Wuselkusen wieder die Stadttore. doth