Wie Erwachsene leben: Eine Woche in Wuselkusen
 Trierischer Volksfreund vom 29.07.2012
 

Eine eigene Stadt für Kinder? Das ist Wuselkusen. Alle zwei Jahre lädt das Haus der Jugend in Konz in die Spielstadt ein. Dieses Jahr sind 115 Teilnehmer dabei, die spielend den Alltag kennenlernen.

 
Konz. Sommerzeit ist Zeit für Wuselkusen. Am Montag, 30. Juli, um 10 Uhr öffnet die Spielstadt des Hauses der Jugend (HdJ) in Konz zum fünften Mal ihre Pforten. Mit dabei sind 115 Kinder aus Konz und den umliegenden Dörfern.

Wuselkusen hat einen eigenen Bürgermeister, einen Fernsehsender und eine Zeitung, die zum Beispiel über den Wahlkampf zur Bürgermeister- und Stadtratswahl berichten. Und auch ein eigenes Stadtfest am Samstag, 4. August.

Es gibt eine Bäckerei, eine Eisdiele, eine Bank und ein Einkaufszentrum. Der erste Weg in der Spielstadt führt jedoch zum Einwohnermeldeamt. Jedes Kind muss sich dort anmelden. Dann bekommt es einen Stadtausweis. Bei der Agentur für Arbeit erfahren die Wuselkusener dann, welche Berufe sie ausüben können - ihren Job dürfen sie jeden Tag wechseln. Zur Auswahl stehen verschiedene handwerkliche Berufe - wie in der Spielemanufaktur, im Kerzenatelier oder in der Gärtnerei. Neben Journalisten und Tänzern gibt es diesmal erstmals auch Musiker. Das HdJ hat ein Bandprojekt organisiert. Am Ende eines Arbeitstags bekommt jedes Kind seinen Lohn in der Wuselkusen-Währung.

Dietmar Grundheber vom Jugendnetzwerk Konz organisiert die Spielstadt. "Kinder möchten die Welt entdecken und haben viele Fragen", sagt Grundheber. Auf manche Fragen erhalten sie in Wuselkusen Antworten. "In unserer Spielstadt werden wir mit den Kindern eine eigene kleine Stadt, einen eigenen Wirtschaftskreislauf aufbauen, der ihnen spielerisch veranschaulicht, wie unsere Gesellschaft und unser Wirtschaftsleben funktionieren." Die Kinder erhalten in Wuselkusen einen Einblick in die Arbeitswelt und die Demokratie. Sie lernen auch, was Knappheit bedeutet - zum Beispiel, wenn sie kein Wuselkusen-Geld mehr in der Tasche haben. cmk